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Nachricht an Thomas Raymond, ASV Regionalbeirat für Österreich

Liebe österrreichische ASV Mitglieder!

Damit es schnell und einfach geht, wende ich mich auf diese Weise an Euch sowie an Thomas Raymond, unseren Österreich-Beirat der ASV.

Leider kommuniziert Thomas in Wirklichkeit seit über einem Jahr nicht mehr mit mir, wie das früher ganz normal war. Er lässt mir über seine Frau – meist sehr unfreundlich – ausrichten, dass er „gerade Gäste hat“, „nicht da ist“ oder (wie gestern) „keine Zeit hat“. Also ist er für mich nicht mehr zu sprechen – aus. Das sagt sie jedenfalls. Mir persönlich hat er das nie  gesagt, er war auch immer recht freundlich zu mir.
Ihn persönlich zu treffen, in Thalgau bei sich zu Haus, in Salzburg oder Wien, wie ich ihm vor einigen Monaten tel.  kurz vorgeschlagen hatte, war daher nicht mehr möglich, weil: siehe oben.
Was soll man da tun?
Dass er mit Stephan Kloess gut befreundet ist, ist ja völlig OK aber trotzdem sollte man als ASV – Beirat einer Region – auch wenn das nicht angenehm ist – mit allen seinen Schäfchen Kontakt halten, wie es zwischen erwachsenen Menschen üblich ist. Die Region Österreich mit ca. 40 Mitgliedern ist überschaubar und ein paar Dissidenten oder Abweichler müsste man schon aushalten. Er braucht mich auch nicht mehr zum Essen zu sich nach Hause einladen. Ich zahl´ ihm auch gern eine Pizza mit Bier, damit wir miteinander reden können.

Könnt Ihr Österreich Mitglieder (oder jemand anderer, der ihn besser kennt) ihm das bitte mitteilen?

Auf sein offizielles Rundschreiben antworte ich hier im offenen Teil nicht, wohl aber im internen Bereich von CheckSalem.eu, weil dort Dinge angesprochen werden, die nicht für die Öffentlichkeit geeignet sind. Meine Antwort können alle berechtigten Personen (aus ASV und IV) im internen Teil heute oder morgen lesen, wenn sie schon registriert sind.

Wien, 26.6.2016 (bitte das falsche Datum „20.3.2016 “ oben  zu entschuldigen. , diese  Nachricht soll nicht jedem Zugreifer gleich  in die Augen stechen.

Martin Pálffy

Ein Requiem für Salem

Ein Requiem für Salem, Beitrag von Carl-Christian Jancke,
Facebook am 9.3.2016 erschienen:

Bei dem prächtigen klassizistischem Bau, der den Gendarmenmarkt so schmückt, handelt es sich in Wahrheit um einen Plattenbau aus DDR-Produktion, verziert mit einer originalgetreuen Fassade. Im Inneren der Stahlkonstruktion ist nichts echt und schon vieles marode. Weil in Ost-Berlin ein ordentlicher Konzertsaal fehlte, modelte man das Theater einfach um und baute einen großen Saal, der irgendetwas zwischen Original und Wiener Hofburg präsentierte. 1984 wurde das Plagiat fertig. 1989 war die DDR pleite und am Ende. Potemkin hatte gesiegt.

Die Parallelen zu Salem sind augenfällig. Eine prächtige Fassade wird benutzt, um über die wahre Lage hinwegzutäuschen. Hergestellt mit einfachsten Mitteln und beklatscht von einer Funktionärskaste, die den Bezug zur Realität längst verloren hat und starrsinnig an ihrem Kurs “Vorwärts immer, Rückwärts nimmer” festhält. “Den Leicht in seinem Lauf halten weder Ochs und Esel auf.” Wandlitz läßt grüssen.

Die teure Nebelkerze täuscht auf Dauer über die Salemer Realität nicht hinweg: Der Verlustbringer “Salem-Kolleg”, die unausgelastete Oberstufe, die Tatsache, das bei gleichbleibender Struktur seit Jahren wegen des Leerstandes Einnahmen in Millionenhöhe fehlen, die innere Immigration der verbleibenden und der Brain Drain der pädagogischen Leistungsträger, die die Qualität Salems ausmachen.

Man könnte meinen, dass das Schauspielhaus, das man heute “Konzerthaus” nennt, ja immer noch steht. Das ist natürlich den großartigen Künstlern zu verdanken, die hier gerne und gut gastieren. Und der Tatsache, dass die DDR-Oberen die Platten mit viel Fassade ordentlich verborgen haben. Geholfen hat es ihnen nicht.

Auch das Salemer Schloss wird im Zweifel die Schule überleben, soviel ist sicher. Und vielleicht neue Hausherren finden, die dem alten Zisternienserkloster neues Leben einhauchen.

Mozarts Reqiem ist eine Trauermesse, die der Komponist kurz vor seinem eigenen Tod unvollendet hinterlassen hat. Seine Musik ist nicht abhängig von Steinen und Fassaden. So wie die Prinzipien Kurt Hahns, die auf den United World Colleges und in rund 100 Round Square Schulen gelehrt und praktiziert werden. Die Schönheit des Requiems strahlt Trauer, Ruhe und Zuversicht aus.

Die Ideen Kurt Hahns, die Erlebnispädagogik und der Anspruch, das für Recht Erkannte durchzusetzen, werden andernorts eherne Prinzipien von Bildung und Erziehung bleiben. Man muß kein Prophet sein, um zu erkennen, dass in Salem die Fassade bleibt. Sonst nichts.

rkt und lauschte einer Totenmesse, dem Requiem von Mozart. Nicht nur die Musik erschien dem Anlass angemessen, sondern auch der Ort.

von Christian Jancke

Salem schrumpft zusammen

Von Oswald Petersen, Kreuzlingen

Der Internatsverein der Schule Schloss Salem hat beschlossen den Hohenfels zu schließen. Was folgt?

1. Karikatur mit Text

Die Schule schrumpft zusammen. Aus dem einst stolzen 600-Schüler Internat, dem weit größten Deutschlands, wird ein Ein-Standort-Mittelklasse-Einheitsinternat. Am Ende werden in Salem 200-300 Schüler der 7.-12. Klasse zur Schule gehen. Der gute Ruf längst vergangener Tage wird zwar immer noch ein paar Schüler ins schöne Salemer Tal bringen, aber die großen Zeiten sind für immer vorbei. Wie ist es dazu gekommen? Salem schrumpft zusammen weiterlesen

Liebe Freunde der Schule Schloss Salem,

Ihr könnt auf dieser Website mehr über die derzeitige Situation in Salem und in der ASV erfahren. ASV – Mitglieder und Mitglieder des Salemer Internatsvereins, die interessiert sind, mehr zu erfahren, sind eingeladen, nach ihrer Registrierung auf dieser Website im internen Bereich mehr zu lesen.

Viele Grüsse

Martin Pálffy
Wien/Salzburg
Ho 56-59,Sp 59-62
vormals Regionalbeirat
von Österreich

Löschung meines Beitrages im ASV-Forum im Juni 2011 unter Präsident Stephan Soiné

Gelöschter Beitrag vom Juni 2011 unter Präsident Stephan Soiné und Wiederholung im ASV Forum vom 9.5.2015; ca 07:10 Uhr:

Stefan Soiné neuer ASV-Präsident 17.06.2011 – 15:18 | Update | by Veit Michael Fritsche
Liebe Altsalemerinnen und Altsalemer, in der Mitgliederversammlung am 11.06.2011 wurde Stefan Soiné zum neuen ASV-Präsidenten gewählt. Als Vizepräsidentin steht ihm Daniela Seemann zur Seite. Die aktuelle Zusammensetzung des ASV-Präsidiums sowie des ASV-Beirates könnt Ihr unter der Rubrik Vereinigung nachsehen.
Kommentar von Martin Pálffy dazu: „Soll man gratulieren ?? Um die kochende Gerüchteküche zu beruhigen und Überrumpelungs- und Verschwörungstheorien Einhalt zu gebieten, wäre es gut, die Auferstehung unseres vormaligen Past- zum Neopräsidenten mit detaillierten Informationen über die Hintergründe zu versehen anstatt dies nur mit wenigen Worten zu verkünden (siehe auch Luk. 12,3). mit vielen Grüßen Martin Pálffy
P.S.: vielleicht bietet dann diese Plattform mit dem Forum für Kommentare die Möglichkeit, Fragen, Anregungen und Kritiken zu diesem Punkt in aller Offenheit auszutauschen“.

Die Stelle des obigen Lukastextes (Lk 12,1-3) der deutschen Einheitsübersetzung über die Warnung vor der Heuchelei der Pharisäer lautet: „Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden“.Herzliche Grüsse an alle, ich freue mich auf Pfingsten! (2015, M.P.)
ENDE

Salem schrumpft zusammen. Der Internatsverein der Schule Schloss Salem hat beschlossen den Hohenfels zu schließen. Was folgt?

Beitrag von Oswald Petersen, 17.2.2016

Die Schule schrumpft zusammen. Aus dem einst stolzen 600-Schüler Internat, dem weit größten Deutschlands, wird ein Ein-Standort-Mittelklasse-Einheitsinternat. Am Ende werden in Salem 200-300 Schüler der 7.-12. Klasse zur Schule gehen. Stolz auf längst vergangene Zeiten wird zwar immer noch ein paar Schüler ins schöne Salemer Tal bringen, aber die großen Zeiten sind für immer vorbei. Wie ist es dazu gekommen?

Seit Anfang des neuen Jahrhunderts ist eine Abwärtsbewegung in der deutschen Internatelandschaft erkennbar. Deutlichster Ausdruck hiervon war sicher der Missbrauchs-Skandal und letztlich die Schließung der Odenwaldschule, ein Internat, das Salem immer besonders nahe stand. Aber auch die kirchlichen Schulen blieben von Missbrauchsvorwürfen nicht verschont. Salem konnte sich diesen Skandalen zwar weitgehend entziehen, aber es gibt deutschlandweit einen Rückgang der Schülerzahlen, vor allem in der Unterstufe, der zu einigen Schließungen geführt hat. Nicht die Skandale sondern die ständige Überbehütung und Sorge vieler Eltern um ihre Kinder ist wohl der Hauptgrund dieser Entwicklung. Hieraus liest Salem´s Leitung das Signal, sich auf einen Standort zurückzuziehen. Statt die Chance zu ergreifen die sich bietet, begräbt Salem seine Geschichte unter einem neuen Konformismus. Das Ziel ist jetzt: Gute Noten im Abitur zu erreichen. Salem sucht sein Heil in der Anpassung an den Trend, in einer möglichst konturlosen Mittelmäßigkeit. Das kann gelingen, mit dem oben skizzierten Ergebnis. Ob der Schrumpfungsprozess allerdings finanziell zu managen ist, wage ich zu bezweifeln. Ständig sinkende Schülerzahlen sprich Einnahmen sind nicht gerade eine einfache Voraussetzung für eine ausgeglichene Bilanz.

Was wäre die Alternative? Die Alternative hieße: Salem begreifen. Dazu muss man vor allem dort gewesen sein, am besten viele Jahre als Schüler, aber auch alles andere zählt. Dieser Ort, bzw. diese Orte, haben einen bestimmten, kaum in Wort zu fassenden, inneren Glanz, der sich nur dem erschließt der sie als Schüler, Mentor oder Lehrer, im täglichen Mit- und Gegeneinander, erfahren, erduldet und erstritten hat. Das geht nicht an einem Ort. Hohenfels ist so speziell, so absolut einzigartig, dass kein Kind jemals eine Kindheit dieser Art in Salem erleben kann. Es ist eine Burg für Kinder. Nie wird es das wieder geben, hier verliert nicht nur Salem, hier verliert Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal. Der Verlust ist endgültig und nicht wieder gut zu machen. Ähnlich, aber nicht so bedeutend, wird es sein, wenn Spetzgart schließt, oder auch Härlen, dieses letzte Salemer Kleinod der 90er Jahre. Übrig bleibt Salem selbst, was wirklich auch ein wunderschöner Ort ist. Aber acht Jahre sind zu lang und zu gleichförmig an einem einzigen Ort, das wird unattraktiv sein, die meisten Kinder werden erst in der Mittelstufe kommen. Und wenn Salem seine Unterstufe verliert, wovon auszugehen ist, dann schrumpft es, von unten, zu einem Einheitsmittelklasseinternat.

Salem wird von Buchhaltern, neudeutsch Controllern, regiert, und so wichtig diese sind, so wenig verstehen sie davon, Salem eine unternehmerische Vision zu verleihen. Es muss gar nicht unbedingt die Hahnsche Idee sein, es muss auch nicht unbedingt der neueste pädagogische Schrei sein, aber es muss eine Vision sein, die den Salemer Geist in sich trägt.

Salem hätte diese Chance: Warum? Weil Salem, wenigstens in Deutschland, der Inbegriff des Internats ist. So wie Microsoft der Inbegriff des PCs und Miele der Inbegriff der Waschmaschine ist, ist Salem DAS Internat. Mit dieser Marke ist mehr möglich als ein Schrumpfkonzept. Man kann, ja man muss, Trends setzen, statt ihnen nur zu folgen, wenn man Marktführer (das Wort sagt es ja schon) ist und bleiben will.

Vor allem müsste Salem das Internat, nicht die Schule, zum Vorzeigestück machen und darstellen warum ein Aufwachsen in der Gemeinschaft besser ist und mehr Erfolg bringt als ein kleinkariertes Zuhause. Das Internat ist das Merkmal das diese Kindheit und Jugend so einzigartig macht. Wenn Salem sich in einen Wettbewerb um die besten schulischen Leistungen begibt, hat es von vornherein verloren. Und wenn das Internat tatsächlich keine Zukunft hat, dann wird Salem schließen müssen. Salem muss auf das Internat setzen, das ist sein Kerngeschäft. Disziplin und Streberei können andere Schulen besser, für weniger Geld. Das entspricht nicht Salemer Geist. Alle prägenden Erinnerungen meiner Hohenfelser, Salemer und Spetzgarter Jahre beziehen sich auf Ereignisse außerhalb der Schule. Ich denke deshalb daran, nur zum Beispiel, dass alle Salemer Schüler in mindestens einer Disziplin aus den Bereichen Sport, Musik, Kunst, Rhetorik oder Schach (…) sich auszuzeichnen, ja brillieren lernen sollten. Das wäre eine Salemer Idee, aber bitte nicht um der Schulnoten willen. Eine Jugend in Salem sollte (auch) deshalb attraktiv sein, weil die Schule eben nicht den übertriebenen Stellenwert einnimmt, den sie in Ganztagsschulen hat. Kinder und Jugendliche acht Stunden am Tag in Klassenzimmer und an Schreibtische zu setzen, lehrt sie zu buckeln und zu streben, beraubt sie ihrer Freiräume, und damit ihrer Kreativität. Das sollte kein Vorbild für Salem sein, dem es nachzueifern sucht. Im Gegenteil sollte Salem gegen diesen Trend einen Kontrapunkt setzen und auch laut und selbstbewusst sagen, dass es hier etwas Interessanteres zu erleben gibt als nur Schule.

Es müsste nun ein Wunder geschehen, das

  1. a) die Spaltung der Mitarbeiter, der ASV und der Öffentlichkeit in Befürworter und Gegner des jetzigen Kurses aufhebt b) einen neuen, gemeinsamen Kurs definiert c) alle Mitarbeiter, Eltern und Schüler, plus Umfeld, zusammen bringt um wieder ein gemeinsames Salem zu bauen.

Die jetzige Leitung versucht die „Befriedung“, indem sie die „Störenfriede“ entfernt. Das wird weder kurzfristig noch langfristig zum Erfolg führen, sondern nur weitere Zwietracht säen und die Erosion weiter beschleunigen. Aber auch ihre Gegner sind zuweilen mehr darum bemüht, die Leitung zu diffamieren, anstatt konstruktiv an einer Lösung, sprich an einem Konsens, zu arbeiten.

Also: Alles Frust? Nein, das nicht. Aber doch ein Aufruf, mit den ideologischen Kämpfen aufzuhören und wieder auf den Teppich zu kommen. Weder sind die Leiter Salem’s komplette Idioten oder gar bösartig, noch sind wir, die wahrscheinlich gescheiterten Verteidiger des Hohenfels, reine Engel. Lass uns versuchen wieder miteinander zu sprechen. Salem hat diese Chance verdient.

Beitrag von Oswald Petersen, 17.2.2016